H2O einmal anders

Dass Wasser mit der Formel H2O nur ganz rudimentär erfasst ist, hat die Wissenschaft in hundert Jahren intensiver Forschung Schritt um Schritt bewiesen. Es hat sich gezeigt, dass der chemisch-physikalische Gehalt der Substanz "Wasser" geradezu unendlich weit in die Tiefe erforscht werden kann, ohne dass man an ein Ende kommt. Die Neuentdeckungen reißen bis in die jüngste Zeit nicht ab.

Die Formel H2O suggeriert, dass Wasser einfach aus zwei Teilen Wasserstoff und einem Teil Sauerstoff "zusammengesetzt" sei. In Wirklichkeit ist Wasser eine völlig eigenständige Substanz mit sehr individuellem Charakter. Eine nennenswerte Verwandtschaft zu reinem Wasserstoff oder reinem Sauerstoff besteht weder chemisch noch physikalisch. Nur im Blick auf gewisse qualitative Wirkungsaspekte können die übergeordneten Charakteristika von Wasserstoff und Sauerstoff im Charakter von Wasser wiederentdeckt werden, wobei dann erst recht die Individualität des Wassers zu Tage tritt. Die Formel H2O zeigt lediglich, dass man beim "Verlassen" des Stoffes Wasser zu den beiden Gasen Wasserstoff und Sauerstoff gelangt.

Es seien im Folgenden die bekannten Fakten und auch einige Anomalien und Besonderheiten des Wassers besprochen:
Wasser bedeckt 71% der Erdoberfläche und macht die Erde dadurch zu einem eigentlichen Wasserplaneten. Der feste Teil der Erdoberfläche ist im Grunde das Spezielle, die Ausnahme.
Die Körpersubstanz der Lebewesen besteht zu 50-98% aus Wasser, d.h. das Wasser ist der Ort und Träger der höchsten und weitestreichenden Differenzierung im Sonnensystem. Außerhalb des Wassers nimmt die Differenzierung stetig ab bzw. die Einheitlichkeit und Monotonie zu.
Wasser ist auf der Erde die einzige Substanz, die in großen Massen nebeneinander in festem, flüssigem und gasförmigem Zustand aufzutreten vermag.
Wasser besitzt in den Kosmogonien der Religionen einen Stellenwert weit über allen anderen Substanzen, obwohl es nur ein Stoff unter vielen Tausenden ist. In der Antike wurde Wasser als eigenständiges chemisches Element betrachtet. Erst 1784 entdeckte man den Aspekt der Spaltbarkeit in Wasserstoff und Sauerstoff.
Die Dichte von Wasser nimmt bei abnehmender Temperatur nur bis zum Punkt von 4°C zu, dann nimmt sie paradoxerweise wieder ab, um beim Übergang in den festen Zustand bei 0°C wiederum paradoxerweise einen Volumensprung nach oben zu machen. Aus diesem Grund schwimmt Eis auf Wasser, statt abzusinken, was für die Entwicklung des Lebens von großem Vorteil ist. Der Volumensprung während des natürlichen Wärmeverlusts macht das Wasser auch zum stärksten mechanischen Zertrümmerer und Auflöser der festen Erdoberfläche, wodurch diese schon allein physikalisch gesehen bewegter oder "lebendiger" wird.
Wasser besitzt ein gewisses Dipolmoment (Ionen-Charakter) und eine sehr hohe Dielektrizität (elektrische Nichtleitfähigkeit), was es zu einem unübertroffenen Lösungsmittel macht: Es kann wie kein anderer Stoff feste, flüssige und gasförmige Substanzen in sich aufnehmen und dank seiner chemischen Neutralität als Plattform für deren je eigene chemische Wirksamkeit dienen.
Wasser kann nicht nur Stoffe gut aufnehmen, sondern auch Wärme: es besitzt eine überdurchschnittlich hohe Wärmeaufnahmekapazität (sog. "spezifische Wärmekapazität").
Wasser besitzt dank seiner Fähigkeit, Wasserstoffbrücken zu bilden, die Anomalie einer sehr starken "künstlichen Dichte". Es entzieht sich damit gewissen physikalisch-rechnerischen Standards: So führt seine innere Assoziationsfähigkeit zu einem theoretischen Sprung der Schmelztemperatur um 100°C und der Siedetemperatur um 180°C nach oben. Mit anderen Worten: die aus den physikalischen Eigenschaften verwandter Stoffe errechnete theoretische Schmelztemperatur von Wassereis sollte bei -100°C und der Siedepunkt von Wasser bei -80°C liegen. Letzterer liegt jedoch bei +100°C, also 180°C höher. Wasser könnte so gesehen als ein anomales Gas bezeichnet werden, das sich "freiwillig" zu einer Flüssigkeit oder zu Eis verdichtet.
Wasser besitzt eine gegenüber anderen Flüssigkeiten überdurchschnittlich hohe Schmelz- und Verdampfungswärme, d.h. es wechselt den Aggregatzustand erst unter Aufnahme bzw. Abgabe einer verhältnismäßig großen Wärme- oder Energiemenge (sog. "Schmelz- und Verdampfungsenthalpie").
Wasser hat eine hohe Schall-Absorbtionsfähigkeit, zeigt also auch hier eine besondere Aufnahmefähigkeit.
Wasser besitzt eine überdurchschnittlich hohe Oberflächenspannung, die sich jedoch nach Aufnahme von Fremdstoffen stark vermindern kann. Die physikalischen Folgen sind so weitreichend, dass sie nicht in eine einzige Aussage zusammengefasst werden können.



Man könnte die Besonderheiten des Stoffes "Wasser" zusammenfassend so charakterisieren: Wasser ist der Stoff, der chemisch und physikalisch vermittelnd zwischen zahllosen Stoffen zu stehen vermag und unter Verzicht auf ein eigenes abgegrenztes Reich und eigene chemische Vorlieben mehrere "Stoffreiche" gleichzeitig umspannt. Dies drückt sich in zahlreichen Anomalien und Sonderstellungen aus.

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Bei den in dieser Website untersuchten geologischen Phänomenen handelt es sich um solche, die den Eindruck einer starken Wasserbeteiligung aufkommen lassen. Bei der dabei verfolgten Hypothese ist nicht die Wasserbeteiligung als solche neu - diese trat im Verlauf der geologischen Forschung immer deutlicher hervor - sondern das Maß: Es könnte sein, dass das Wasser die mengenmäßig führende Rolle bei der Genese nicht nur der Karbonatgesteine (Kalk, Dolomit usw.), sondern auch gewisser silikatischer Gesteine eingenommen hat. Es könnte dabei einerseits an Fällungserscheinungen aus einer sehr großen und dichten Ur-Atmosphäre und anderseits an selbstorganisatorische Prozesse gedacht werden, die zwar abiotisch oder präbiotisch waren, die teilweise aber bereits eine Nähe zu dem sich entwickelnden Leben zeigten. Der Übergang zu biotischen Gesteinsgenesen, seien diese nun karbonatisch oder silikatisch (sh. Kieselalgen), wäre in dem Falle als ein fließender zu denken. Die klassischen plutonischen Prozesse der Magmatite (Erkaltung aus Magma, Kontaktmetamorphose, Regionalmetamorphose usw.) nähmen dabei die Stellung eines seit Beginn andauernden und mitwirkenden Parallelgeschehens ein.

Wollen solche Überlegungen eine Renaissance des Neptunismus aus der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert versuchen? Der Neptunismus war jene umkämpfte und dann verworfene Theorie, die besagte, dass die Gesteine aus einem heißen Urmeer in periodischen Überschwemmungen ausgefällt und abgelagert worden seien.
Da seit der griechischen Antike sozusagen jeder Gedanke schon einmal gedacht worden ist, lässt sich jede Überlegung und jede Forschung in die Schachtel einer bestimmten Denkrichtung einordnen. Beispielsweise ist die ganze Denkungsart der vorliegenden Website eine monistische. Im Weiteren sind einige der hier gemachten Überlegungen so exotisch und zugleich alt, dass sie in die Kategorie der pathologischen Wissenschaften eingeordnet werden könnten. Pathologische Wissenschaft zeichnet sich durch "Irrmeinungen" aus, die wider das "längst bewiesene Gegenteil" aufrechterhalten und von "Anhängern" verbreitet werden. Manchmal sind die Träger der "pathologischen Wissenschaft" allerdings ganz redliche Forscher, und manchmal erweist sich im Verlauf der über die Jahrhunderte veränderten Erkenntnisparadigmas und Forschungshaltungen, dass Aspekte ihrer "haltlosen Behauptungen" durchaus ihre Berechtigung besitzen bzw. besessen hätten.
Die in dieser Website gemachten Untersuchungen erheben den Anspruch, dass sie ohne jede "Parteipolitik" und mit voller Redlichkeit ganz den Phänomenen und den verfügbaren Wissensinhalten gewidmet sind. Die Gewichtung der Phänomene und verfügbaren Wissensinhalte ist dann das Abenteuer, das jeder Forscher auf seine Art zu bestehen hat. Äusserliche Einordnungen, so aussagearm sie ja angesichts der Komplexität des Gegenstandes oft sind, interessieren ihn höchstens aus philosophischen Gründen.

Mit der hier abgeleiteten Vorstellung einer großen und dichten Ur-Atmosphäre mit Ausfällungen ist man nahe an den Bildern, die in der anthroposophischen Geisteswissenschaft Rudolf Steiners eine von Leben (Lebensäther) durchzogene luftig-wässrige Atmosphäre der jungen Erde zeigen.