Zusammenfassung

Es gibt geologische Phänomene, die - obwohl sie vordergründig erklärt und jedermann zugänglich sind - beim näheren Studium Rätsel aufgeben.

Man findet beispielsweise hier und dort Kalkgestein, das von krummen Bändern und Adern durchzogen ist, deren geschwungene, faserige Formen in erstaunlicher Weise an Fleisch erinnern. Man kann Scheiben von Trockenfleisch auf einer hellen Fläche dehnen und feststellen, dass sehr ähnliche Formen entstehen. Wissenschaftlich gesehen ist dieses Vorgehen ein morphologisches, die Formen vergleichendes, im Gegensatz zur chemischen oder physikalischen Analyse.
Fasern im ligurischen Flysch-Kalk
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Trockenfleisch gedehnt
Fiederklüfte im metamorphen Flysch

Auf die geologischen Deutungen der abgebildeten Formen und auf verschiedene weitere Gesteinsformationen wird in der Website eingegangen.

Man kann diese und andere Phänomene untersuchen und mit der Zeit zur Überzeugung gelangen, dass die ursprünglichsten Prozesse der Gesteinsentstehung mit einer bedeutend größeren Menge Wasser im Zusammenhang gestanden haben, als üblicherweise angenommen wird. Zudem kann sich für die Verhältnisse auf der noch jungen Erde das Bild einer verhältnismäßig großen und schweren Atmosphäre ergeben, entfernt vergleichbar den Atmosphären der heutigen Gasplaneten Neptun, Uranus usw. Zu einem solchen Bild kann man sich auch durch gewisse auffällige Tatsachen geleitet sehen, zum Beispiel diejenige, dass der erstaunliche Anteil von 50% der Erdkruste als Sauerstoff vorliegt (und teilweise ein chemisches Wasserüberbleibsel sein könnte), oder dass Wasserstoff auf anderen Planeten das häufigste Element überhaupt ist (und im frühen Sonnensystem als „Baustein“ für Wasser in Hülle und Fülle vorgelegen hat). Die substanzielle Quantität, Qualität und Relation von Atmosphärengasen, flüssigem Wasser und Festgestein beispielsweise des Archaikums könnte demnach als eine bedeutend andere vorgestellt werden als sie heute vorliegt und als sie in den gängigen Modellen beschrieben wird.
Ein Begriff, auf den man in diesem Zusammenhang stößt, ist derjenige der Kolloidalität, der Zustände zwischen flüssig und fest. Ein kolloidaler, d.h. im Fall der Gesteinsgenese beispielsweise „hart-gallertiger“ Zustand könnte bei etlichen Entwicklungsprozessen der granitoiden, d.h. silikatisch-kieseligen (sauren) Gesteine, aber auch bei der Entwicklung gewisser Karbonatgesteine eine merkliche Rolle gespielt haben. Es werden Experimente vorgestellt, die eine zum Teil erstaunliche morphologische Ähnlichkeit diverser Erscheinungen aus der Welt der Gesteine mit kolloidalen Prozessen zeigen. Zudem werden geologische Phänomene diskutiert, die direkt auf kolloidale Prozesse weisen.
Links: kolloidales Experiment mit Schwundrissen, rechts: metamorpher Flysch-Kalk (Ligurien)
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Links: Experiment mit Ausfällungen, rechts: Paragneis (Schweiz)
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Links: Experiment mit kolloidalen Sonderungen, rechts: Serpentinit (Italien)
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Die gemachten Untersuchungen führen zur Frage nach evtl. stark differenzierten Selbstorganisationsprozessen auf der jungen Erde und der erdgeschichtlichen „Irreversibilität“ (Unumkehrbarkeit) und Unwiederholbarkeit gewisser geologischer Genesevorgänge der ersten Generation.
Beispielbilder: Links Experimente mit Eiern in kolloidaler Masse unter Druck, rechts präkambrischer Kugelgranit (Orbiculit) aus Finnland mit starker plastischer Ausformung der Orthoklas- und Magnetitzonen
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Die weiteren Überlegungen beziehen kosmologische Fragen ein, da die Raumfahrt mittlerweile eine Vielzahl von Einzelheiten über die anderen Planeten und deren Monde in Erfahrung gebracht hat. Es wäre denkbar, dass sich analog zur Umgebung der beiden Wasserstoff-Helium-Gasriesen Jupiter und Saturn, in der sehr wasserreiche Monde entstanden sind (Europa, Rhea usw.), auch um den Wasserstoff-Helium-Gasriesen Sonne zunächst wasserreiche Planeten gebildet haben, deren wasserhaltige Megaatmosphären mit der Zeit verschwunden sind.

Gas- und Staub-Ringsphären der entstehenden Planeten
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Sonnen- und Erdengenese aus Ring- und Linsensystemen, zunächst mit Abplattungen, dann mit Megaatmosphärenbildung auf der Ur-Erde
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Dieser mögliche Sachverhalt wird diskutiert und mit weiteren Fragen zur Substanzbildung der frühsten Zeiten in Verbindung gebracht.
Die entsprechenden naturwissenschaftlichen Gedanken führen auch zur Verbindung mit geisteswissenschaftlichen Anschauungen, wie sie Rudolf Steiner vorgestellt hat.